Vorgestern morgen um 5.30 kammen kamm die Abschiebemachinerie im Lager Horst und nahm die Eltern mit ihre 6 Kinder.
Darunter der schulpflichtiger kleiner sänger vom Fest vom 14.1. und von der Veranstaltung am 19.1. in St.Pauli in der Schule.
Die familie war erst seit 1 monat in Horst und wie viele andere schulpflichtige kinder würden Ihnen nicht nur den schulbescuh verweigert, sondern auch noch bei nacht und nebel im Winter abgeschoben!
Sie würden mit den flieger nach Serbien gebracht.
Es sind mehrere Roma familien im Lager Horst aus Serbien die nach diese Erfahrung gefährdet sein müssten.
Abgeschoben Verschwinden nicht! wir bleiben in kontakt mit den familien und werden ihre situation
sichtbar machen.
Stop Abschiebungen! Allle Bleiben!
Kommt Alle am 18.2.12 im AHOI, Hafenstrasse
im Soli Tresen für die von Abschiebung bedrohten Roma
Mit Musik und Infomaterial.
Am 7ten Dezember 2011, einige Tagen vor Weihnachten wurde eine gut integrierte Familie aus dem Kosovo in einer buchstäblichen "Nacht und Nebel-Aktion" aus ihrer Wohnung gerissen und abgeschoben. Die Familie Meta, die seit 10 Jahren in der Kleinstadt Otterndorf (Niedersachsen, bei Cuxhaven) wohnte wurde innerhalb von weniger Stunden im Flieger gepackt und nach Priština abgeschoben. Die achtköpfige Familie, unter anderen 6 Kindern im Alter von 8 bis 19 Jahren. Der jüngste Sohn ist in Otterndorf geboren, war noch nie im Kosovo und spricht kein Wort albanisch.
Diese unmenschliche und sogar illegale Abschiebung (einen Antrag des Rechtsanwalts auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis nach § 25a AufenthG wurde im November gestellt und noch nicht überprüft) hat viel Empörung und Wut bei ihren Freunden, Nachbarn und Schulkameraden ausgelöst. Mit vielen Fragen im Kopf: wie konnte das Land, ein paar Tagen vor Weihnachten, im tiefen Winter, eine Roma Familie mit 6 integrierten Kindern in den Kosovo abschieben? Wie konnte es nur passieren?
Seit Dezember versucht ein Unterstützerkreis und den Anwalt die Entscheidung der Abschiebung zu widersprechen, damit die Familie Meta zurück nach Hause, nach Otterndorf kann. Freunde und Nachbarn haben regelmäßige Kontakte mit der Familie und berichten über eine sehr schwierige wirtschaftliche und soziale Lage. Darüber hinaus, wurden sie schon von Albanern in dem Dorf beschimpft und stehen unter Verdacht: warum waren sich geflohen, warum waren sie die ganze Zeit in Deutschland? Die Kinder wagen sich nicht mehr aus dem Haus zu laufen.
Am 20ten Januar fand in Otterndorf eine Veranstaltung statt, wo einige von uns hingegangen sind, um über die Dokumentationsreise, die wir in Serbien und Mazedonien im Sommer 2011 gemacht haben, zu berichten. Es war die Gelegenheit sich mit verschiedenen Aktivisten, Gruppen und Bürgern auszutauschen um gemeinsam gegen Abschiebungen zu kämpfen. Die Frage im Hintergrund war natürlich: wie kann Familie Meta zurück kommen?
Wie kann man eine abgeschobene Familie unterstützen und ihre Situation bekannt machen? Wie kann man Öffentlichkeitsarbeit schaffen um Druck auf die politische Ebene zu üben und die Bevölkerung zu informieren?
Eine Unterstützer_innen Gruppen von der Familie META hat sich gebildet und versucht Dokumentation zu sammeln, die Familie im Kosovo zu unterstützen, ebenfalls die Arbeit des Anwaltes. Unterschriftenlisten werden gesammelt um das Bundesland anzusprechen. Wenn Sie die Gruppe unterstützen möchten, könnt ihr euch an den Flüchtlingsrat Niedersachsen [nds@nds-fluerat.org] wenden.
Wir wünschen die Unterstützer_innen Gruppe viel Erfolg und hoffen, dass Familie Meta bald wieder in Otterndorf zurückkommen wird.
Die Veranstaltung "Stopp mit dem Packen - Alle Bleiben!" fand gestern Abend in der Aula der Schule Sankt Pauli in einer sehr angenehmen Stimmung statt. Über 70 Menschen aus verschiedenen Ecken waren da und haben die Gelegenheit sich über die Situation der hier in Hamburg lebenden Familien zu informieren und auch mit Abgeschobenen aus Serbien und Mazedonien über Skype zu telefonieren.
Eine Gruppe von Roma, die zurzeit verpflichtet sind, in dem Flüchtlingslager Horst zu leben, haben den langen Weg nach Hamburg gemacht, um an die Veranstaltung teilzunehmen.
Mehrere Personen spielten tolle Musik und sangen vor dem Publikum. Eine Fotoausstellung über eine Dokumentationsreise von zwei Gruppen im Sommer 2011 wurde auch vorgestellt. Die Roma Familien, die an dem Abend teilnahmen, konnten sogar die Interessierte die Bilder ihrer Familien und Heimatstädten direkt beschreiben und ergänzen.
Die Fotoausstellung "Abgeschobene verschwinden nicht!"
Leckere Börek und Roma Spezialitäten
Die kleine Sadja vor den Bildern seiner Verwandten aus Kumanovo, Mazedonien
Tradjko und Usko beim Spielen
Postkarten für die Abgeschobene Familien
Später, im Laufe des Abends haben wir mit zwei "freiwillig" abgeschobenen Familien über Skype telefoniert. Sie sagten beide, dass der Alltag dort sehr schwierig ist und, dass die Perspektiven, Arbeitsmässig, Schulmässig sehr schlecht sind. In Mazedonien sagte ganz klar der Präsident in den Medien, dass die Roma Familien die Grenze nicht mehr überschreiten sollten, obwohl sie ja Visa Freiheit geniessen. Wenn das keine Diskriminierung ist...?
Zlatko, aus Belgrad berichtete von ständigen Beleidigungen auf der Strasse "scheiss Zigeuner" und hatte nie gedacht, dass das Leben zurück so schwierig wäre. Er meinte, es wäre viel schlimmer als vorher (als er zurück nach Deutschland kam 2010) und wüsste nicht, wie es weiter geht.
Eine Aktivistin berichtete über den Fall einer anderen Familie, die im November per Flugzeug nach Serbien abgeschoben wurde. Der Vater ist herzkrank und hat keine Medikamente mehr. Die Familie versucht, neue Papiere zu beantragen aber müssen dafür Gebühren zahlen und haben das Geld nicht. Die Tochter darf nicht zur Schule, obwohl sie minderjährig ist. Sie haben kein Haus in ihrer Heimatstadt und wohnen in einer sehr spannenden Stimmung bei Verwandten, wo es fast kein Platz gibt.
Alle Familien, die wir kennen geht es unten ganz schlecht (manche viel schlechter als andere) und wir wissen, dass es hunderte von Familien, die sich in diesen sehr sehr prekären Lebensverhältnissen befinden.
Eine gute Nachricht kam desto trotz in den letzten Tagen in Hamburg. Die Mitglieder des Petitionsausschusses haben entschieden, dass Marija und Salijana, die eine Petition in der Bürgerschaft eingereicht hatten, hier in Hamburg ihre Schule fertig machen können. Die ganze Familie darf also bis August erst mal bleiben. Ein bisschen Ruhe, nicht mehr jede Woche zur Ausländerbehörde gehen. Marija hat sich bei allen bedankt und meinte "es lohnt sich zu kämpfen" !
Danke an alle Menschen, die die Roma Gruppe und die Roma Familien unterstützt haben und auch an dem Abend gespendet haben.
Am Mittwoch, den 7ten Dezember ließen Schüler, Aktivisten und Betroffenen in dem grauen und regenden Himmel Hamburgsdutzende bunte Luftballons steigen, um auf die Massenabschiebungen von Roma aus Deutschland aufmerksam zu machen und ein Bleiberecht einzufordern. Die Aktion „alle bleiben!“ /„I Love Bleiberecht“ Luftballons fand in der Schule Mümmelmannsberg statt und später nachmittags am Jungfernstieg. Diese Ballons wurden anlässlich der Innenministerkonferenz am 07.12.2011 in 25 verschiedenen Städten freigelassen werden. Am gleichen Tag gab es auch in Wiesbaden, der Stadt in der dieses Jahr die IMK stattfinden soll, einen Massenaufstieg von diesen Ballons.
Die Schüler und einige engagierte Lehrer der Gesamtschule Mümmelmannsberg(Bergedorf) versammelten sich in dem Schulhof, um gemeinsam die bunte „alle bleiben“ Luftballons steigen zu lassen. Roma Kinder, die in Mümmelmannsberg seit über einem Jahr eingeschult sind und von Abschiebung bedroht sind nahmen an die Aktion teil. Schüler aus verschiedenen Ländern, die in Deutschland manchmal seit Jahren „geduldet“ sind, beteiligten sich an dem Protest und zeigen somit ihren Wille hier zu bleiben und mitzumachen.
Später am Nachmittag fand eine zweite Aktion in der Innenstadt, am Jungfernstieg statt. Trotz dem Regen ließen die Unterstützer die 99 Luftballons steigen unter dem Aufruf „Alle Roma bleiben!“ und verteilten Flyers und Informationen an die Passanten. Abgeordnete der Fraktion DIE LINKE, C. Schneider und M. Yildiz waren dabei und unterstützten die Aktion.
Abends kam einen kurzen Beitrag im Hamburg Journal (NDR) über die 99 Luftballons Aktion am Jungfernstieg und wurde am Tag darauf in der Hamburger U-Bahn aufgeführt.
Um mehr Infos, Fotos und Berichte über die deutschlandweite Luftballonaktion zur IMK, es geht hier los!