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Donnerstag, 15. Dezember 2011

Mobilisierung in der Gesamtschule Mümmelmannsberg und am Jungfernstieg: alle bleiben!


Am Mittwoch, den 7ten Dezember ließen Schüler, Aktivisten und Betroffenen  in dem grauen und regenden Himmel Hamburgsdutzende bunte Luftballons steigen, um auf die Massenabschiebungen von Roma aus Deutschland aufmerksam zu machen und ein Bleiberecht einzufordern. Die Aktion  „alle bleiben!“ /„I Love Bleiberecht“ Luftballons fand in der Schule Mümmelmannsberg statt und später nachmittags am Jungfernstieg. Diese Ballons wurden anlässlich der Innenministerkonferenz am 07.12.2011 in 25 verschiedenen Städten freigelassen werden. Am gleichen Tag gab es auch in Wiesbaden, der Stadt in der dieses Jahr die IMK stattfinden soll, einen Massenaufstieg von diesen Ballons.

Die Schüler und einige engagierte Lehrer der Gesamtschule Mümmelmannsberg  (Bergedorf) versammelten sich in dem Schulhof, um gemeinsam die bunte „alle bleiben“ Luftballons steigen zu lassen. Roma Kinder, die in Mümmelmannsberg seit über einem Jahr eingeschult sind und von Abschiebung bedroht sind nahmen an die Aktion teil. Schüler aus verschiedenen Ländern, die in Deutschland manchmal seit Jahren „geduldet“ sind, beteiligten sich an dem Protest und zeigen somit ihren Wille hier zu bleiben und mitzumachen.





Später am Nachmittag fand eine zweite Aktion in der Innenstadt, am Jungfernstieg statt. Trotz dem Regen ließen die Unterstützer die 99 Luftballons steigen unter dem Aufruf „Alle Roma bleiben!“ und verteilten Flyers und Informationen an die Passanten. Abgeordnete der Fraktion DIE LINKE, C. Schneider und M. Yildiz waren dabei und unterstützten die Aktion.





Abends kam einen kurzen Beitrag im Hamburg Journal (NDR) über die 99 Luftballons Aktion am Jungfernstieg und wurde am Tag darauf in der Hamburger U-Bahn aufgeführt.
Um mehr Infos, Fotos und Berichte über die deutschlandweite Luftballonaktion zur IMK, es geht hier los!



 

Mittwoch, 23. November 2011

SPD Hamburg "Wir müssen Zuwanderung als Normalität begreifen" und schiebt weiterhin ab

Am Anfang dieser Woche sagte M. Neumann Innensenator Hamburgs: "Wir müssen Flagge zeigen gegen Rechtextremismus". Im Senat trafen sich Vertreter mit mehreren Migrantenverbänden und Religionsgemeinschaften im Rathaus. In diesem Rahmen wurde eine Einbürgerungskampagne vom Sozialsenator Detlef gekündigt sowie die verstärkte Einstelung von Migranten im öffentlichen Dienst. Dabei sagte er "wir müssen Zuwanderung als Normalität begreifen" (Taz.22.11.11)

Im Senat und vor den Medien stellen sich die Vertreter des Senats und des Innenministerium als Befürworter einer inklusive Integrationspolitik aber in dem Schatten, in den Sammelunterkünfte sieht es anders aus. Jede Woche werden weitere Familien aufgefordert "freiwillig" auszureisen. Wenn sie den Druck der Ausländerbehörde aushalten, werden sie von Gefangenentransporter und Polizeibeamten abgeholt und in Ländern abgeschoben, wo sie keine Zukunft haben.

Viele der Roma-Familien, die wir hier in Hamburg kennengelernt haben haben sich in der deutschen Gesellschaft integriert, indem sie sich viele Freunde gemacht haben, die Kinder jeden Tag zur Schule gehen, sich als Dolmetscher engagiert haben, sich in soziale und politische Veranstaltungen beteiligt haben.
Viele der Roma-Kindern und Jugendlichen die im Moment abgeschoben werden oder von Abschiebung bedroht sind, sind hier geboren oder haben einen Teil ihrer Kindheit/Jugend hier in Hamburg verbracht. Sie haben sich bemüht in kurzer Zeit Deutsch zu lernen, sie gehören hierhin und wollen nicht weg. Andere reden sogar kein Wort serbo-kroatisch sowie Marija und Salijana, die einen Brief an dem Petitionsausschuss geschrieben haben.



Am 3ten November wurde Talibo nach Serbien abgeschoben. Die Familie wohnt bei Verwandten, da ihr Haus zerstört wurde und sie dort nicht leben können. Sie haben mit einer Frau vor Ort gesprochen, die gemeint hat, dass Talibo erst in September zur Schule gehen können würde. Die kleine Stimme von Talibo sagte am Telefon über die vielen Kilometer, dass er seine Bücher mitgenommen hat und jetzt allein bei seiner Tante die Hausaufgaben für die Schule in Hamburg macht.
Talibor ist 7 Jahre alt, hat in wenige Monate super Deutsch gelernt und hatte Lust hier seine Kindheit weiterzuführen. Zur Schule zu gehen.

Aber Hamburg schiebt ab anstatt diese Kinder, Jugendliche und Familien eine einzige Chance auf ein besseres Leben und Integration hier zu geben. Ab wann wird es eine menschliche Migrations und Flüchtlingspolitik in Fakten und nicht nur in Worten geben?

Montag, 21. November 2011

Artikel in der TAZ Marijas Brief

18.11.2011 Hamburg

Marijas Brief

Sie ist 15, gut integriert - und ohne Zukunft in Deutschland: Die Serbin Marija Kurtic hat einen Brief an die Hamburger Abgeordneten geschrieben. Doch die stimmten gegen sie. Teil II der taz.nord-Serie über das Leben von Flüchtlingen.von Emilia Smechowski


Hat das Pech, "freiwillig" ausgereist zu sein: Marija Kurtic. Bild: Miguel Ferraz

HAMBURG | taz Sie haben sich ein Blatt Papier genommen, mit Bleistift Hilfslinien gezeichnet, bei jedem Großbuchstaben haben sie mit dem Füller einen kleinen Schnörkel gemacht, und am Ende die Linien wieder wegradiert. Dann haben sie den fertigen Brief 121 Mal kopiert und verschickt. "Liebe Abgeordnete", steht da, "wir sind Marija und Salijana Kurtic. Wir sind 15 und 18 Jahre alt." Der Brief ist eine Petition, eine Bitte an die Hamburger Politik, in Deutschland bleiben zu dürfen.

Doch auch diese Bitte wird wohl keinen Erfolg haben. Familie Kurtic Duldung ist vor einer Woche abgelaufen, ihre erste Petition hat die Hamburger Bürgerschaft schon abgelehnt, jetzt können sie jederzeit abgeschoben werden. Marija lacht, in ihren Augen glitzert es, und man fragt sich, ob das Tränen sind. Hier im Flüchtlingslager Billstedt im Hamburger Osten wohnen sie zu fünft in zwei Zimmern, der kleine Bruder ist gerade am Schlagzeug, die Eltern bei der Anwältin. "Sie wollen nichts unversucht lassen", sagt Marija. Familie Kurtic stammt aus Serbien, sie sind Roma, die Kinder wurden in Deutschland geboren. 2003 mussten sie schon einmal zurück. Sie hatten bei der Ausländerbehörde unterschrieben, dass sie "freiwillig" ausreisten, nur so war es ihnen möglich, irgendwann wieder nach Deutschland zu kommen. Wer einmal abgeschoben wurde, muss für immer wegbleiben. In den sieben Jahren in Serbien haben die Kinder kaum Serbisch gelernt, die meisten Schulleiter wollten sie nicht aufnehmen. "Es ist, als würde auf meiner Stirn immer ,Roma' stehen", sagt Marija. Einmal, auf einem Gemüsemarkt im südserbischen Leskovac, kamen zwei Männer auf sie zu. Sie boten ihren Eltern 2.000 Euro. Für beide Töchter. Ein paar Wochen später machten sie sich wieder auf nach Deutschland, "nach Hause", sagt Marija.

Seit fünf Monaten wohnen sie in diesem Flüchtlingsheim, die Kinder besuchen die Gesamtschule in Mümmelmannsberg, Marija die neunte Klasse. "Mathe und Deutsch laufen sehr gut", sagt sie, "nur Physik und Chemie machen manchmal Probleme." Oft wird sie gefragt: "Kommst du aus Rom?" Marija lacht. "Dann sage ich, ich bin Zigeunerin."

Wenn sie ihre Hausaufgaben fertig hat, nimmt sie am liebsten mit ihrer Schwester den Bus, der einmal die Stunde fährt, zum Billstedt-Center. Dann durchstreifen sie gemeinsam H&M und New Yorker, probieren Kleider an und schießen Fotos von sich. Eins hängt im Schlafzimmer über ihren Betten, sie tragen darauf bodenlange, tief ausgeschnittene Abendkleider, unter ihren Achseln hängen noch die Preisschilder.

Kindergeschrei dringt vom Hof, ihr Wohnzimmer ist vollgestellt mit alten Möbeln, die der Flüchtlingsrat besorgt hat. Von den zwei Fernsehern funktioniert einer, Marija hat das RTL-Nachmittagsprogramm zu Beginn des Besuchs auf stumm gestellt.

Sie sagt, sie fühle sich wohl hier im Heim in Billstedt. Vier Neubauten mit Laubengängen umgeben in der Mitte einen Spielplatz, etwa die Hälfte der Bewohner sind Kinder. Hier habe sie Freundinnen, auch aus Serbien, auch Schwestern, auch 15 und 18 Jahre alt. Sie gehen gemeinsam auf die Kundgebungen, die der Flüchtlingsrat organisiert. Oder auf den Hamburger Dom. Dann fahren sie auf dem "Höllenblitz" und essen Schoko-Bananen.

Es ist etwa einen Monat her, ein Mittwochabend, da saß Marija mit ihrer Familie in der Hamburger Bürgerschaft. Es hieß, sie müssten sich gedulden, ihr Petitionsantrag sei der letzte Punkt auf der Tagesordnung. Gegen 22 Uhr stellten sich Männer von der Security hinter sie, und plötzlich ging alles sehr schnell. Eine Nummer wurde aufgerufen, ein kurzes "Wer stimmt dagegen?", Hände gingen nach oben und, zack, die Petition war abgelehnt. "Ich hab' mich so anders gefühlt, die Politiker haben geguckt, als wär ich eine Gefahr für die, als würde ich sie gleich mit irgendetwas bewerfen", sagt Marija. Dass die neue Petition, die nur sie und ihre Schwester betrifft, mehr Erfolg hat, daran glaubt sie nicht mehr.

Statistiken gehen von 700 bis 1.000 Sinti und Roma aus, die in Hamburg leben und akut von Abschiebung bedroht sind. "Man merkt, dass man ständig irgendwohingedrückt wird, wo man nicht hin will", sagt Marija. Die Mutter ist in Therapie, mittlerweile greift sie zu Antidepressiva.

Regelmäßig versuchen Initiativen, ein dauerhaftes Bleiberecht für Roma durchzusetzen. Vergeblich.
Nach der Sitzung ist Marija mit ihrer Schwester zu Michael Neumann gelaufen, dem Innensenator von der SPD. Sie haben sich vor ihn gestellt und gefragt, warum sie nicht in Deutschland bleiben dürfen. Sie seien doch hier geboren, sie würden Deutsch perfekt sprechen und Serbisch fast gar nicht, sie seien doch integriert. "Aber der Neumann hat die ganze Zeit so politisch geredet, er hat nie so eine richtige Antwort gegeben, sondern Wörter benutzt, die ich nicht verstehe", sagt Marija. Dann habe er noch gesagt, dass sie ja nicht ganz plötzlich abgeschoben würden. Ein bis zwei Wochen im Voraus würde ihnen Bescheid gegeben.

Flüchtlingsgeschichten handeln immer vom Kommen, Gehen und Bleiben. Wer gehen muss und wer bleiben darf und wer sich noch gedulden muss, bis endgültig über ihn entschieden wird, das regelt das BAMF, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. 2010 gingen bundesweit mehr als 48.000 Asylanträge über den Tisch, da kann nicht jedes Einzelschicksal angemessen abgewogen werden, auch nicht das der minderjährigen Flüchtlinge.

Wer als Kind nach Deutschland kommt, integriert sich besser, lernt schneller Deutsch, kann eine Ausbildung absolvieren oder ein Studium, arbeiten und Steuern zahlen. Laut Ausländerbehörde leben in Hamburg 1.240 Jugendliche, die sich noch im Asylverfahren befinden oder geduldet werden. Im letzten Jahr haben die deutschen Innenminister beschlossen, den gut integrierten von ihnen ein eigenes Bleiberecht zu ermöglichen. Im Juli dieses Jahres trat das neue Gesetz in Kraft. Wer sechs Jahre lang in Deutschland gelebt und "erfolgreich" die Schule besucht hat, darf bleiben, auch wenn sein Asylantrag abgelehnt wurde. Marija Kurtic hat die ersten sieben Jahre in Deutschland gelebt, doch danach sieben in Serbien. Das Gesetz kann sie nicht schützen.

"In Serbien erwartet uns nichts, außer Armut, Elend und Sorgen. Bitte geben Sie uns wenigstens die Möglichkeit, einen Abschluss zu machen und schieben Sie uns nicht vorher ab", steht in dem Brief. Darunter hat sie fein säuberlich unterschrieben.

Man könnte es auch einen Abschiedsbrief nennen

http://www.taz.de/!82211/

Mittwoch, 25. Mai 2011

Willkommen auf der Welt Andrejas!


Am Freitag, den 20ten Mai ist Andrejas hier in Hamburg auf die Welt gekommen !
Alles ist gut gelaufen, Andrejas ist gesund und hat schon wunderschöne Haaren auf dem Kopf und zwei kleine braune lachende Augen. Seine Mama geht es auch gut. Sein Papa und seine vier grosse Schwestern, Djevrija, Sibela, Nazira und Sadja haben sich sehr gefreut ihn zuhause zu empfangen.


5 Tage alt und schon ein richtiger PIRAT aus HAMBURG !!



Sadja und Andrejas wieder zu Hause angekommen

Andrejas ist in Deutschland geboren, genauso wie viele Roma Kinder, die in Billstedt, in Bergedorf, in Lettenkamp in Wohnunterknüfte oder auch in Horst, im Flüchtlingslager wohnen müssen. Da seine Eltern keinen deutschen Pass haben, kann er nicht die selbe Chancen im Leben haben, als viele andere Kinder, die auch im Moment geboren werden. Seine ganze Familie ist tatsächlich von Abschiebung nach Mazedonien bedroht, wo sie als Roma keine Perspektive haben.

Es ist wichtig für die Zukunft von dieser Familie und unter anderen für die Zukunft von Andrejas, der sein Leben in Deutschland anfängt, einen Bleiberecht zu bekommen. Djevrija, Sibela, Nazira und Sadja lernen Deutsch und freuen sich, jeden Tag in die Schule oder ins Kindergarten gehen zu können.


Die ganze Familie (und Andrejas im Bauch von Mama) im Frühjahr 2011


Untersützen Sie die Petition von dieser Familie und geben Sie Andrejas eine Chance auf eine gerechte, stabile und glückliche Zukunft hier in Hamburg !

Unterstützen Sie die Petitionen der Roma Familien aus Hamburg und ihren Kampf für ein Bleiberecht für alle !



Montag, 23. Mai 2011

Blankenese Kirche- Gotttesdienst mit Roma Familien von Abschiebung bedroht




We shall overcome auf deutsch und auf Romanesh gesungen .


„Lasst die Roma-Kinder bei uns Wurzeln schlagen“

Gottesdienst mit und für Roma

Donnerstag, d. 19. Mai 2011 um 20.00 Uhr
Blankeneser Kirche am Markt
Ab 19.30 Musik und Gespräche vor der Kirche


Es laden ein:
Runder Tisch – Blankenese

Ev.-Luth. Kirchengemeinde
Blankenese
Ev.-luth. Kirchengemeinde Blankenese





die symbolishe Aktion: "Roma jungendliche schlagen wurzeln in Deutschland "von Dzoni Sichelschmidt .

gemeinsames gebet des Rundem Tisches Blankenese mit Roma Familien die von abschiebung bedroht sind

wenn Ihre Petitionen abgelehnt werden, müssen alle diese menschen noch mals alles hier verlassen und weg gehen da wo es kein zuhause für sie ist

zusammen für sein Bleiberecht tanzen und kämpfen















Unterschriften sammeln für ein selbstverständlichkeit: Bleiberecht!