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Dienstag, 6. Dezember 2011

99 Luftballons für ein Bleiberecht und gegen Roma Abschiebungen auch in Hamburg !




Am Mittwoch, den 7. Dezember 2011, wird im Rahmen einer bundesweiten Luftballon-Aktion für ein Bleiberecht und gegen Roma-Abschiebungen eine Protestaktion am Jungfernstieg in Hamburg stattfinden.
Roma und Roma-Unterstützer in Hamburg schließen sich dem Protest- und Kulturprogramm von Jugendliche ohne Grenzen und der Roma Organisation „Alle Bleiben“ für ein Bleiberecht ein (PM vom 05.12.2011: Demonstrationen für ein Bleiberecht und gegen Roma-Abschiebungen in Wiesbaden und weiteren Städten). Zahlreiche Jugendliche treffen sich vom 07. bis 10. Dezember in Wiesbaden, um zusammen zu demonstrieren und eine Gegen-Innenministerkonferenz zu organisieren. In vielen Städten Deutschlands (Berlin, Bremen, Kiel, Essen …) haben Aktivisten entschieden mit Luftballons an diesem Protest teilzunehmen.
Hamburg schiebt seit mehreren Monaten Roma konsequent ab. Nach Serbien, nach Mazedonien, in den Kosovo werden Menschen abgeschoben, die teilweise seit Jahren hier leben, Deutsch sprechen und deren Kinder in der Schule völlig integriert sind. Anstatt diese Menschen verantwortungsvoll zu unterstützen und eine Perspektive für ein menschenwürdiges Leben zu geben, schiebt die SPD zahlreiche Familien in Länder ab, in denen die Roma massiv diskriminiert werden.
Die symbolische Protestaktion soll zeigen, dass wir gegen diese Abschiebepolitik sind. Wir wollen, dass diese Menschen hier leben können, ohne sich ständig von Abschiebung bedroht fühlen, ohne einfach nur „geduldet“ zu sein. Wir wollen auch diese Luftballon-Aktion in Solidarität mit den Menschen durchführen, die wir kennen, die bereits nach Serbien und Mazedonien abgeschoben worden sind.
Wir warten auf euch am 07.12.2011 am Jungfernstieg (U-Bahn, gegenüber von der Europa-Passage) von 14 bis 16 Uhr um gemeinsam die Luftballons des Bleiberechts steigen zu lassen!
Roma-Unterstützer/innen aus Hamburg


Donnerstag, 1. Dezember 2011

Amnesty International: "Serbia must stop evicting Roma"




The situation of a Roma family forcibly evicted from their Belgrade home and made homeless this week again highlights the need for the Serbian government to stop forced evictions and introduce legislation prohibiting them, Amnesty International said today.
“Roma families in Belgrade are being forced out of their homes at an increasingly rapid pace.” said Nicola Duckworth Amnesty International’s Director for Europe and Central Asia.

“This is the fourth eviction in Belgrade since October, and two more are announced for the next week.”

The Ramadani family, including two children under the age of three and an 80- year-old woman, were forcibly evicted from their flat on 23 November. Their personal possessions were left in the street. The family had fled Kosovo after the 1999 war. The municipality of New Belgrade, which ordered the eviction, did not provide them with alternative accommodation or any other kind of assistance.

At least 110 more Roma living in an informal settlement in New Belgrade are also threatened with forced eviction before the end of December. Their homes are to be bulldozed to make way for a new housing project to be built by a government-owned company. That project was approved three months ago by the government.

“The 110 Roma who are about to be evicted from Dr Ivana Ribara Street in New Belgrade have been offered alternative accommodation either in container settlements, abandoned houses or collective refugee centres, that falls far short of international standards.”

The authorities in Serbia held meetings this week with representatives of the Roma threatened with eviction. However, Amnesty International is concerned that these meetings did not constitute genuine consultations and were not conducted in line with UN guidelines. The organization has called on the authorities to hold meaningful consultations with those threatened with forced eviction and provide all of them with adequate alternative housing.

More than half of those under threat are children. Twenty of the families are Roma who fled to Belgrade from Kosovo after the 1999 war. Many of their children were born in Serbia. If the eviction goes ahead as planned, they may be encouraged to return to Kosovo where Roma face cumulative discrimination amounting to persecution, moved to abandoned houses in villages in the north of Serbia or sent to a collective centre for refugees where accommodation is inadequate.

“If these evictions go ahead on schedule, these families could be forced into inadequate accommodation in freezing temperatures” said Nicola Duckworth.

“They need to know that they will be provided with adequate housing in an area close to their children’s schools and where they will still be able to earn a living. The Serbian authorities are obliged under international standards to guarantee these rights.”

Mittwoch, 23. November 2011

SPD Hamburg "Wir müssen Zuwanderung als Normalität begreifen" und schiebt weiterhin ab

Am Anfang dieser Woche sagte M. Neumann Innensenator Hamburgs: "Wir müssen Flagge zeigen gegen Rechtextremismus". Im Senat trafen sich Vertreter mit mehreren Migrantenverbänden und Religionsgemeinschaften im Rathaus. In diesem Rahmen wurde eine Einbürgerungskampagne vom Sozialsenator Detlef gekündigt sowie die verstärkte Einstelung von Migranten im öffentlichen Dienst. Dabei sagte er "wir müssen Zuwanderung als Normalität begreifen" (Taz.22.11.11)

Im Senat und vor den Medien stellen sich die Vertreter des Senats und des Innenministerium als Befürworter einer inklusive Integrationspolitik aber in dem Schatten, in den Sammelunterkünfte sieht es anders aus. Jede Woche werden weitere Familien aufgefordert "freiwillig" auszureisen. Wenn sie den Druck der Ausländerbehörde aushalten, werden sie von Gefangenentransporter und Polizeibeamten abgeholt und in Ländern abgeschoben, wo sie keine Zukunft haben.

Viele der Roma-Familien, die wir hier in Hamburg kennengelernt haben haben sich in der deutschen Gesellschaft integriert, indem sie sich viele Freunde gemacht haben, die Kinder jeden Tag zur Schule gehen, sich als Dolmetscher engagiert haben, sich in soziale und politische Veranstaltungen beteiligt haben.
Viele der Roma-Kindern und Jugendlichen die im Moment abgeschoben werden oder von Abschiebung bedroht sind, sind hier geboren oder haben einen Teil ihrer Kindheit/Jugend hier in Hamburg verbracht. Sie haben sich bemüht in kurzer Zeit Deutsch zu lernen, sie gehören hierhin und wollen nicht weg. Andere reden sogar kein Wort serbo-kroatisch sowie Marija und Salijana, die einen Brief an dem Petitionsausschuss geschrieben haben.



Am 3ten November wurde Talibo nach Serbien abgeschoben. Die Familie wohnt bei Verwandten, da ihr Haus zerstört wurde und sie dort nicht leben können. Sie haben mit einer Frau vor Ort gesprochen, die gemeint hat, dass Talibo erst in September zur Schule gehen können würde. Die kleine Stimme von Talibo sagte am Telefon über die vielen Kilometer, dass er seine Bücher mitgenommen hat und jetzt allein bei seiner Tante die Hausaufgaben für die Schule in Hamburg macht.
Talibor ist 7 Jahre alt, hat in wenige Monate super Deutsch gelernt und hatte Lust hier seine Kindheit weiterzuführen. Zur Schule zu gehen.

Aber Hamburg schiebt ab anstatt diese Kinder, Jugendliche und Familien eine einzige Chance auf ein besseres Leben und Integration hier zu geben. Ab wann wird es eine menschliche Migrations und Flüchtlingspolitik in Fakten und nicht nur in Worten geben?

Samstag, 30. Juli 2011

Roma Kinder klären uns auf . Alles eine Frage der Perspektive.


Auf der Insel Lesvos, wie überall in Griechenland, sind immer im Sommer 
kleine Roma Kinder unterwegs. 
Meistens verkaufen sie Kleinigkeiten, Taschentücher oder kleine Blumen 
oder spielen Musik.
Diesmal sind unter anderem 4 kleine Mädchen 6-9 Jahre jede mit ein 
kleines Akkordeon, die treiben sich Rum, spielen und sammeln Geld.
Eine davon, die jüngste, Paraskevoula (6 Jahre)ist gleich unsere Freundin 
geworden.
Gestern trafen wir Paraskevoula, als wir im Café sitzen und sie bei 40 Grad,
Akkordeon spielt. Wir laden sie ein zu ein Getränk, 
sie setzt sich hin mit ihren Akkordeon und ihre großen Zahn vorne.
 
Ich frage: willst du eine Cola? 
Sie sagt: neee Cola ist schlecht für kleine Kinder. 
Ich sage : Saft? 
neee Milch! sagt sie und bestellt eine Tasse warme Milch.
 
 
 
Dann sitzt sie mit uns und geniest ihre Getränk. 
In unsere Unterhaltung erwähne ich das wir in Deutschland 
Freunde die auch Roma sind haben und das die Kinder früher 
mit den Eltern immer arbeiten gegangen sind im Feld. 
Paraskevoula guckt mich vollkommen empört, fast sich das t-Shirt
und schüttelt es, ein Zeichen von: das das böse weg geht! 
und kommentiert streng:
Kinderarbeit ist verboten!
Was machst du denn? ist es nicht Arbeit? Frage ich sie.
NEIN! sagt sie empört: ICH BETTLE!
Für Paraskevoula ist betteln eine ehrenhafte Tätigkeit 
die sie ausüben darf als Kind .
 
Abends, selbe Kneipe wieder die Kinder und wir, irgendwann 
wollen sie weiter gehen, arbeiten eben, gehen gleich zum Tisch daneben,
spielen Akkordeon und ich guck ob das Touri paar Geld geben wird,
und höre  die Frau  empört auf deutsch sagen: 
Kinderarbeit! 
und gibt kein Geld.Schaut weg als ob sie das böse unsichtbar machen will.
Ich, wie von der Kanone geschossen:  
Das ist keine Kinderarbeit! 
Was sonst? sagt die empörte-wahrscheinlich-Lehrerin? 
Es ist betteln! sage ich, in genau den selben Ton 
wie morgens Paraskevoula uns aufgeklärt hatte. 
Die Frau will was sagen: betteln ist doch auch Kinderarbeit... 
aber ich drehte mich weg. 
 
Paraskevoula verfolgte das ganze Gespräch und wollte dann sofort 
genau wissen was wir geredet hatten. 
Sie schien dann zufrieden mit unsere Freundschaft.